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Grundlagen zur Fehlersuche

 

Da für viele Hobbyschrauber die Fehlersuche in der Kfz-Elektrik ein enormes Problem darstellt, will ich hier einen kleinen Grundkurs zur Fehlersuche und dem Umgang mit einem Multimeter geben. Ein einfaches Multimeter ist für rund 10 EUR erhältlich und reicht in dieser Qualität vollkommen aus.

Arten von Messungen:

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Messungen; die Spannungsmessung und die Strommessung. Zusätzlich gibt es noch die Widerstandsmessung oder Durchgangsmessung.

Spannungsmessung:

Mit einer Spannungsmessung kann man verfolgen, ob und wie weit die Spannung von der Spannungsquelle (i. d. R. die Batterie) über Schalter und Sicherung zum Verbraucher erfolgt. Dies geschieht grundsätzlich parallel zum Verbraucher, es sei denn, der Schaltplan gibt andere Möglichkeiten weil die Lampe z. B. einseitig auf Masse (Karosserie) liegt. Dann kann man auch gegen die Karosserie messen. Auch muß der Verbraucher nicht zwangsweise an Masse liegen. Die Hupe am Trabant beispielsweise hat Dauerplus und wird mit dem Hupenkontakt gegen Masse geschaltet.

Strommessung:

Sollte bei einer Spannungsmessung festgestellt werden, dass an dem Verbraucher Spannung anliegt, heißt das aber immer noch nicht, dass er funktionsfähig ist. Das können wir aber durch eine Strommessung prüfen, in dem wir das Multimeter auf Strommessung stellen und das DMM mit beiden Prüfspitzen in eine spannungsführende Leitung einschleifen. Dabei auch wieder auf den Messbereich achten und das DMM auf den zu erwartenden Strom einstellen. Zeigt das DMM jetzt einen Stromwert an, können wir davon ausgehen, dass der Verbraucher in Ordnung ist.

Gehen wir auf Fehlersuche: Unser erster Versuch besteht aus einer 12 Volt Batterie, einer Sicherung F1, einem Schalter S1, zwei Steckverbinder und einer Lampe. Problembeschreibung: Die Lampe brennt nicht, obwohl der Schalter betätigt ist. Wir nehmen unser Multimeter und benutzen den Eingang für Spannungsmessung. Messbereich 15 Volt. Die schwarze Prüfspitze halten wir an Masse. Mit der roten Prüfspitze messen wir beide Seiten der Lampe. Die Anzeige ergibt bei beiden Messungen Null Volt. An der rechten Seite der Lampe ist das logisch, da wir hier Masse messen. An der linken Seite sollten aber 12,5 Volt anliegen. Den Schalter S1 denken wir uns als betätigt, d. h. geschlossen und Strom kann fliesen. Ursache könnte ein defekter Schalter, eine durchgebrannte Sicherung F1 oder eine leere Batterie sein.

Also messen wir wieder mit der roten Prüfspitze direkt an dem Pluspol der Batterie und siehe da, das Multimeter zeigt 12,5 Volt an. Nehmen wir jetzt mal an, dass wir an der Sicherung keine weitere Spannungsmessung durchführen können. Was nun? Wie können wir die Sicherung prüfen? Ganz einfach, wir machen eine Widerstandsmessung der Sicherung. Dazu bauen wir sie aus der Halterung aus.

Unser Multimeter schalten wir jetzt auf Widerstandsmessung und halten beide Prüfspitzen zusammen. Das Messgerät zeigt jetzt Null Ohm an, ok. Damit haben wir die Prüfkabel getestet und gleichen das Multimeter evtl auf Null ab. Nun halten wir beide Prüfspitzen an die Sicherung. Auch hier erhalten wir als Messwert fast Null Ohm. Hurra, die Sicherung ist auch ok. Wäre sie defekt, würde das Messgerät einen Wert gegen unendlich anzeigen. Nachdem wir die Sicherung wider eingebaut haben, stellen wir das Messgerät wieder auf Spannungsmessung. Mit der Prüfspitze messen wir nun beide Anschlüsse des Schalters (Eingang und Ausgang). Auch hier erhalten wir in beiden Fällen 12,5 Volt als Messwert. Hmm, alles in Ordnung und doch kommt an der Lampe keine Spannung an? Bleiben doch nur noch die beiden Steckverbinder und das Kabel dazwischen. Sollte hier etwa der Fehler liegen? Also trennen wir beide Steckverbinder und machen wieder eine Widerstandsmessung an den beiden Enden des Kabels. Die Widerstandsmessung ergibt einen Wert gegen unendlich. Somit liegt ein Kabelbruch vor und wir haben den Fehler gefunden.

 

 

 

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