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Die Sache mit der Limousine war eigentlich eher ein Zufall. Ich hatte ja meinem Sohn eine Trabitour versprochen, eigentlich wollte ich das mit einem geliehenem Trabant machen. Es kam dann doch dazu, dass ich mir ohne lange zu überlegen einen bei Ebay ersteigerte. Im grossen und ganzen sah dieser nicht schlecht aus, der Motor sprang an und er fuhr auch halbwegs. Der Eigentümer meinte noch, das die Bremsen wohl mal gemacht werden müssten. Das Fahrzeug besteht aus einem Sammelsurium verschiedener Baujahre und Ausstattungen in einer Ersatzkarosse ohne Brief. Es ist sehr wenig Rost vorhanden, der Motor sprang an, das Getriebe schaltete und die Kupplung kuppelte. Elektrik naja und Bremsen? Die sind noch gut, nur mal richtig bremsen und dann geht das wieder, hieß es. Okay wers glaubt.

die EBAY-Verkaufsbilder

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Nun ging es also los, das gute Stück nach HAuse zu bringen. Rote Kenzeichen ausgeliehen, einen Kanister voll Sprit und dann hin zum Verkäufer .In einer riesigen Qualmwolke zog ich von dannen, er war immer mal nur ein paar 100 Meter hin und hergefahren worden, und ich fühlte mich wieder wie vor 25 Jahren. Als ich allerdings anhalten musste, verging mir schlagartig das Grinsen, er bremste einfach nicht. Ein beherzter Tritt auf die Bremse beförderte mich dann nach rechts auf den Gehweg. Also langsam und vorsichtig weiter. Es ging nun irgendwann eine Brücke hoch und ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich von wild gestikulierenden Radfahren überholt wurde. Ein Blick in den nicht vorhandenen rechten Außenspiegel zeige mir, dass der Trabant immer noch qualmte, links aus dem Auspuff und rechts aus dem rechten Hinterrad-bloß nicht anhalten, nur noch 500 Meter. In den Werkstatthof meines Kumpels fuhr ich dann mit letzer Kraft und schleifte das rechte blockierte Rad eben so mit.

Der Reifen war seinen Namen eh nicht mehr wert und hatte nun eine wunderschöne Bremsplatte. Hier haben wir dann in einer NotOP das Rad erstmal gangbar gemacht und ich bin nach Hause getöffelt. Bis auf einen von der Rennleitung verordneten Stopp (allein das ist ne extra Story wert) ging auch alles gut. Bestandsaufnahme gemacht, neue Radbremszylinder und Backen bestellt, eingebaut, Zylinderkopfdichtungen gewechselt, Vergaser und Tank gereinigt, neuer Luftfilter rein, Elektrik in Ordnung gebracht. Federgabel und Schwenklager waren ausgeschlagen, aber nicht verkehrsunsicher und von einem andern Bekannten noch 4 verkehrssichere Räder geliehen. So ging es dann los.

auf der Harztour

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Rund 500 km fast ohne Probleme, mein Kind war glücklich und ich hatte den Gedanken-den behälst Du. Er muss eine Vollabnahme bekommen, da ich ja keinen Brief habe und dazu waren die eine oder andere Hürde zu nehmen. Dazu bin ich erstmal zur DEKRA und habe mich erkundigt, was alles zu tun ist, damit überhaupt erst einemal die Zulasungsvoraussetzungen erfüllt sind. Davon abgesehen, dass er technisch natürlich in Ordnung sein muss, machte sich der EInbau eines Zündschlosses mit Lenkersperre erfordelich.

Dann war noch zu machen: Auspuffanlage komplett wechseln, die Gummis der Dreickslenker an der Hinterachse wechseln, Federgabel- und Schwenklagerbuchsen der Vorderachse kontrollieren, Elektrik, Vergaser,die geliehenen Räder durch eigene ersetzen und und und.

Ausserdem wollte ich die vorhandene Anhängerkupplung nutzen und dafür hätte sie mit einem Typenschild und Steckdose versehen werden müssen. Leider erwiesen sich die vermuteten Lacknasen auf dem Rohr als Rostbeulen, so das die Kupplung dann abblieb.

Eigentlich war der Trabi ja nun fertig, wenn es da nicht ein Problem mit der Bremse der Vorderachse gegeben hätte. Auch dieser Schusseligkeitsfehler wurde gefunden. Nun war die Zeit reif und das Auto sollte zur Vollabnahme .

Letzendlich waren alle Fehler gefunden und behoben sowie alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt und ich bekam meine meine gewünschte Vollabnahme ohne Mängel. Seitdem fahre ich ihn mit Saisonkennzeichen.

 

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Einige Sachen sind ja immer zu machen, das Mäusekino kam raus, dafür ist nun eine Tankanzeige drin. Der Vorbesitzer hat das Auto mal mit irgendwelcher Auslegware an den Teilen der Innenverleidung veredelt, nun habe ich originale Neuteile da, auch an den Sitzen ist was zu tun, Nebelscheinwerfer und eine Hängerkupplung sollen wieder dran. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass der Motor einen Schaden am Kurbelwellenlager hat. Leistungsmässig gibt es nichts zu beanstanden, aber die Geräuschkulisse wird immer unangenehmer. In Jahr 2013 wurde er allerdings zugunsten des Kübels ein wenig stiefmütterlich behandelt.

Die Limo habe ich im Frühjahr 2018 an meinen Sohn, den Urheber der Aktion verkauft.

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