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Beim Trabant Kübel, egal ob Armee, Forst- oder Zivilausstattung, befand sich in der Einbauöffnung für das Radio die Bedieneinheit der Siroccoheizung. Bei meinem Kübel ist diese Zusatzheizung längst abhanden gekommen und so ist die Öffnung derzeit mit einer Abdeckblende verschlossen. Viele bauen ja auch ein neuzeitliches Radio mit DIN-Abmessungen in die Öffnung des Haltegriffs ein. Ich möchte aber ein RFT- Radio haben und auch keine dB-Contests bestreiten. Als Lautprecher kommen daher auch keine Soundboards zum Einsatz. Die Optik ist zwar nicht original Kübel, aber original DDR, original Trabant und original RFT.

Zunächst muss ein passendes Radio her, meine Wahl war das RFT micros A150 mit UKW, MW und KW. Es gab auch die Ausführung micros A151; die billigere und abgerüstete Version für Mittel- und Kurzwellenempfang. Mein A150 hatte sogar noch einen Garantieschein, also bin ich da erst mal auf der sicheren Seite, falls es mal nicht mehr funktioniert. Hersteller der beiden Geräte war übrigens der VEB Elekrotechnik Eisenach. Kurz vor der Wende wurde dort noch das A535 entwickelt und produziert. Leider weiss ich wenig Details dazu, der Preis dürfte auch exorbitant gewesen sein.

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Der Einbau in das Armaturenbrett gestaltet sich recht einfach. Das micros ist sehr kurz und leicht. Es besteht aus 3 Modulen, die einfach zusammengesteckt und mit 2 Rändelmuttern gesichert werden. Somit muss am originalen RFT-Radioausschnitt nichts geändert werden.

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Module in Einbaulage die Führungen im Ausschnitt Bedienmodul aufgesteckt

Mit dem verbauten Endstufenschaltkreis A210 ist eine eher bescheidene Ausgangsleitung von ca. 4 W möglich. Allerdings ist das eine Sinusdauertonleistung und nicht wie heute die aus Werbegründen oft benutzte Angabe der Musik- oder Impulsleistung. Leider ist mir das trotzdem zuwenig, da ich zwei Breitbandlautsprecher damit betreiben will. In der Kramkiste fiel mir ein alter Blaupunktverstärker in die Hände, ein BQB80 (BlaupunktQuattroBooster).

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Ideal geeignet für meine Zwecke, es werden eingangsseitig zwei Kanäle gebrückt und an die Endstufe des micros angeschlossen. Ausgangsseitig können nun zwei Boxen zu je 4 Ohm angeschlossen werden. Ein erster Versuchsaufbau war schnell gemacht. Angeschlossen waren zwei gute alte RFT-Bassreflexboxen B3010. Das Ganze klang überzeugend gut. Um die Optik nicht zu stören, wird der Verstärker unter dem Fahrersitz montiert.

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Leider verfügt das Radio nicht über einen geschalteten "+"-Ausgang, um damit den Verstärker ein- und auszuschalten. Ein Blick in den Stromlaufplan zeigt, dass dieser eigentlich schon vorgesehen ist, aber nicht nach aussen geführt wurde. Der Schaltausgang sollte auf XB01 PIN 1 anliegen. Das Radio ist ja modular aufgebaut und so war es kein Problem, den vorhandenen Modulsteckverbinder zu erweitern. In der Anschlussbox musste noch ein PIN nachgerüstet werden, der in die Buchsenleiste auf dem Bedienteil ragt. Eine Rouladennadel hatte den richtigen Durchmesser und wurde entsprechend gebogen; als Anschlussklemme reicht eine Lüsterklemme. Entgegen dem Schaltbild fehlte bei meinem Radio auf der Leiterplatte des Bedienteils die Verbindung zur Buchse des PIN 1, darum musste ich alles komplett zerlegen und die Brücke einlöten. Das Resultat ist nun, dass ich keine fliegenden Kabel aus dem Radio habe.

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Auszug Schaltplan Bedienteil fehlende Brücke Anschlussbox nachgerüsteter PIN

 

Nun würde der Einbau der B3010 in den Kübel ja doch recht doof aussehen. Also muss was anderes her. So richig optimale Einbauplätze gibt es nicht im Trabant und erst recht nicht im Kübel. In meinem Alltagsauto befinden sich die vorderen Lautsprecher in den Türen. In den dünnen Seitenwänden des Kübels lassen sich kaum vernünftige Lautsprecher unterbringen und so war die Idee geboren, breitbandge Einbaulautsprecher in ehemaligen Verbandsmittelkästen unterzubringen und diese dann an ihren alten Einbauorten zu plazieren. Die Wahl fiel auf VISATON Lautsprecher mit 10 cm Duchmesser, einer Impedanz von 4 Ohm und 40 Watt sinus. Entsprechend ihrem Einsatzort sind es seewasserfeste Einbauchassis der Schutzklasse IP 65.

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VIS FR 10 WP-4SW da sollen sie rein schon gestrahlt provisorisch zusammengebaut einbaufertig

Die Kästen sehen noch etwas mitgenommen aus. So werden sie im Winter, wie auch einige andere Teile, gestrahlt und dann in rubinrot lackiert.

Die Klangprobe mit den zusammengebauten Boxen war schon mal super, nun noch mal spachten, schleifen und lackieren, dann sind sie fertig.

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